Ein Verfolgungstraum

So – wir haben Mond/Pluto, als Quadrat (was bei mir schon an sich auf eine Bereitschaft zu Alpträumen hinweist, siehe dazu auch meinen Artikel “Träume bei Mond/Pluto”)  und gestern Nacht bin ich aus einem Alptraum erwacht, der mich sehr beeindruckt hat. Im negativen Sinne, denn ich bin aufgewacht und war immer noch mitten im Traum – ich weiß nicht ob Andere dieses Gefühl kennen: man wacht auf, ist sich aber eine ganze Weile nicht sicher, ob der Traum auf irgendeine Weise nicht doch noch da ist…Womöglich ist das gar die Realität, kommt eben drauf an wieviel Realität und Wirkkraft man Träumen zugesteht.

Das Traumgeschehen ist schnell nacherzählt: Meine Mutter sagt mir “so nebenbei”, daß sie schon länger den Verdacht hat, daß ich von einem unbekannten Mann verfolgt werde. Ob mir nichts aufgefallen ist? Plötzlich glaube ich sicher zu wissen, daß das wahr ist. Ich erinnere mich, von fremden Telefonnummern angerufen worden zu sein. Ich sehe überall meinen Verfolger, ich bin mir sicher, es ist ein älterer Mann, ich sehe ihn in der Nähe meiner Wohnung. Ich fühle mich extrem bedroht und hilflos. Ich weiß, dieser Mann will Sex mit mir – diese Vorstellung ekelt mich besonders.

Im Aufwachen habe ich das starke Gefühl, daß der Verfolger in diesem Moment in meiner Schlafzimmertür stehen könnte und mich beobachtet. Ich brauche eine Weile, um ganz in der Realität anzukommen. Nach dem Wiedereinschlafen wache ich erneut mit einer ähnlichen Empfindung auf. Am Morgen habe ich das Gefühl, die ganze Nacht nur diesen Traum gehabt zu haben (vielleicht wars auch so?).

Das Horoskop der Nacht gibt mir doch einige Rätsel auf:

Das Horoskop der Traumnacht

Wo anfangen?

Ein Gefühl sagt mir, daß das Thema des Verfolgtwerdens mit der Konstellation Pluto – Mond/Uranus zu tun hat. Im Horoskop zeigt sich das in dem der Pluto im ersten Haus steht, im Quadrat zur Mond/Uranus-Konjunktion im dritten Haus.

Der Zeitpunkt für das Horoskop ist nicht sicher – sicher ist jedoch, daß sich die Planetenballung im dritten ins zweite Haus hineinbewegt hat, in der Zeit als der Traum in mir Gestalt nahm.

Nun, wie schon gesagt, allein Mond und Pluto sprechen meiner Erfahrung nach für eine Bereitschaft zu intensivem Träumen – auch und gerade auch zu Träumen mit sexuellen Inhalten. Was sagt mir in diesem Zusammenhang Uranus?

Uranus  ist das Neue und Unerwartete, das in unser Leben einbricht, dann, wenn wir es am allerwenigsten erwarten. Uranus ist auch die Triebkraft, die uns dazu bringt, abzuheben, zum Himmel zu blicken, uns zu erheben über die (alltäglichen) Dinge. Aus der Vogelperspektive ergeben sich überraschende, uranisch geprägte Einsichten. Uranus will sich nicht abgeben mit dem Einfachen, dem Alltäglichen, und er mag es nicht gemütlich. Er ist der Gegenpol und (natürlich auch notwendige!) Gegenspieler der Gaia, der Mutter Erde, und ihrer Freunde, den geerdeten und verwurzelten Genießern, die ihre Freude haben an gutem Essen, an sinnlichen Genüssen, an festen Bindungen und dem Ablauf der alltäglichen, vorhersehbaren Vollzügen des Daseins…

Im Mundanhoroskop entspricht das dem gespiegelten elften Haus, der Kehrseite des Uranischen: dem zweiten Haus.

Wir haben also auf der einen Seite eine geballte Ladung an Empfindung, an Leidenschaft – Mond/Pluto  - und auf der anderen Seite einen Uranus beim Mond. Natürlich ist der in diesem Zusammenhang unerwünscht – Uranus und das Thema Wassermann wollen ja gerade keine Leidenschaften, keine Emotionen, das sind ja alles Dinge, die an das Ego fesseln und Abhängigkeiten schaffen. Und das mag der Wassermann gar nicht: Er liebt die Freiheit und die Unabhängigkeit – auch und gerade von emotionalen Dingen!

Es ist kein Wunder, daß die aktuellen Konstellationen mich treffen und ansprechen, denn ich habe im Geburtshoroskop den Mond im Zeichen Wassermann, und der Wassermann- Mond hat Schwierigkeiten, sich emotional festzumachen, und möglicherweise darf er das auch gar nicht. Das ist natürlich blöd für einen ständig nach emotionalen Ankern suchenden Krebsaszendenten wie mich :-/

Tatsächlich war das Wochenende, das mich zu diesem Traum inspirierte, geprägt von starken Emotionen – ist der Traum Ausdruck meiner Angst davor? Mein Freund ist nach zweiwöchiger Reise wieder heimgekommen, ich konnte es kaum erwarten, ihn in die Arme zu schließen, ihn wieder bei mir zu haben.  Mond/Pluto/Uranus ist die Angst vor und gleichzeitig die Suche und das Bedürfnis nach emotionaler Bindung.

Zum Thema “Verfolgtwerden” habe ich außerdem Folgendes gefunden:

Verfolgungen im Traum sind in den mannigfaltigsten Variationen überaus häufig, wobei die unbewußten Inhalte als eine Lehre ins Bewußtsein drängen, die der Träumer beherzigen sollte. Sie müssen so gedeutet werden, daß der Träumende das, was ihn verfolgt, annehmen soll. Es handelt sich nämlich fast immer um unbewußte Inhalte, die in das Bewußtsein des Träumenden zu gelangen versuchen, sich ihm aufdrängen wollen und daher Beachtung verdienen.

Ist der Verfolger also ein  Warner, der mich aus meiner Ruhe und meinen Sicherheiten geradezu herauslocken sollte? Aus meinen emotionalen Bindungen, dem Gefühl, ohne Partner unvollständig und unsicher zu sein? Das würde dem Uranusthema schon nahe kommen. Unterstreichen würde das auch noch die Tatsache, daß zur Zeit Uranus ein Quadrat auf den meinen Deszendenten transitierenden Pluto macht – ein schlüssiges Bild.

Dem Siebenjahresrhythmus nach bin ich seit meinem 28. Lebensjahr, also seit letzten Sommer, in die Wassermannphase eingetreten. Zuvor, in der Fische-Phase, hatte ich erstaunlich oft Wasserträume, Träume in denen ich und auch meine Kinder untergehen, ertrinken, im Meer versinken – in allen Variationen das gleiche Thema.

Es könnte für mich eine neue “Traumzeit” beginnen: Das Wassermannthema von Freiheit und Aufbruch. Wie sich das noch konkreter in meinen Traumbildern ausdrücken könnte wird sich noch zeigen…

 

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