Gestern bin ich “zufällig” auf den Film “Black Swan” gestoßen, mein Freund und ich haben ihn uns abends gemeinsam angesehen.
Nina, die Hauptakteurin, ist Balletttänzerin, perfektionistisch, kontrolliert, unterdrückt und gehemmt – vor allem von ihrer Mutter, die ihre verlorenen Träume vom Tanzen nun über ihre Tochter auslebt und diese als erwachsene Frau “mein liebes Mädchen” nennt. Als sie die Möglichkeit bekommt, im Ballett “Schwanensee” die Hauptrolle zu tanzen, gerät ihr Leben aus den Fugen: es geht dabei um die Doppelrolle des weißen und des schwarzen Schwanes. Sie, ihr Leben lang der weiße, unbefleckte, leidenschaftslose und von der Mutter rein gehaltene Schwan soll nun ihre dunklen und leidenschaftlichen Seiten in der Darstellung des schwarzen Schwanes ausdrücken – eine dramatische Metamorphose setzt ein, in der Nina langsam den Bezug zur Realität verliert. Schlüssel für die – dann auch von der hektischen Kameraführung noch drastischer inszenierten – Veränderungen wird das Auftauchen einer anderen Tänzerin, Lily, die als Alter Ego von Nina erscheint und deren dunkle Seiten Schritt für Schritt an die Oberfläche führt: Lily ist sinnlich, lasziv, freiheitsliebend und nimmt sich was sie will. Nach einer rasenden Talfahrt durch Drogen, leidenschaftliche Sexphantasien, Drogenkonsum, Selbstverletzungen und dem endgültigen Bruch mit der Mutter muß der weiße Schwan im dramatischen Finale des Films sterben.
Interessant ist – neben der Tatsache daß der Film ein Lehrfilm zur Mond-Pluto -Thematik sein könnte – das Horoskop der Hauptdarstellerin Natalie Portman:
Gleich auf den ersten Blick scheint die Schauspielerin für diese Rolle geschaffen: Skorpion-AC und Sonne in 8 weisen schon darauf hin daß die Themenbereiche Transformation und Wandlung, aber auch die der Kontrolle, der Vorstellungsgebundenheit und der Disziplinierung eine große Rolle in ihrem Leben spielen. Die Zwillingsonne in 8 zeigt ihre zwei Gesichter des weißen und schwarzen Schwanes, das Quadrat zum Jungfraumond (“liebes Mädchen”) ist nur folgerichtig. Sonne-Neptun und Mond-Neptun machen den Kontrast zwischen der kontrollierten, wie besessen perfektionistischen Tänzerin und der fragilen, in sich zerrissenen und schwachen Persönlichkeit, die Nina darstellt, noch deutlicher. Pluto als AC-Herrscher ist in Haus 12: eine tickende Bombe im Unbewussten, die mitunter in die Realität einwirkt und sie unwirklich und bedrohlich macht; das eigene Verdrängte taucht immer wieder plötzlich in Ereignissen und Personen auf, dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Realtät und Wahnvorstellung. Die Opposition von Haus 2 (Neptun) und Haus 8 (Sonne) zeigen ebenfalls die Polarität zwischen Realität/Scheinrealität (Neptun in 2) und der eigenen Vorstellungskraft (Sonne in 8). Venus-Saturn ist die Unfähigkeit zum Genuß und das Schuldgefühl, das sich einstellt, wenn Nina Lust empfindet. Genuß und Körperlichkeit werden kontrolliert oder ganz abgewertet, Nina hungert oder erbricht sich, kann sich nicht selbst berühren, läßt keinen Mann zu nahe heran, quält ihren Körper bis an seine Grenzen. Am Ende setzt sie sich durch, behält die Kontrolle, will ihre eigene Freiheit (Mond in 11) und wandelt sich (Sonne in 8, Opposition Neptun).
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als Mädchen bei meiner Oma (ja, die plutonische Oma aus dem beschriebenen Traum) “Schwanensee” gehört habe, sie hatte das Ballett von Tschaikowsky auf Schallplatte und mir die Geschichte dazu erzählt – ich habe die Musik geliebt und die Geschichte um den liebenden und am Ende sterbenden Schwan hat mich fasziniert.
Interessant finde ich auch das Schwanenthema an sich: der Schwan ist für mich ein Tier, das dem Skorpionprinzip zugeordnet ist, möglicherweise sogar Mond-Pluto. Denn der Schwan ist ein Tier, das
- auf dem Wasser schwimmt, meist stehendes Gewässer (See), also vom Bild her ein Repräsentant für das im Unbewussten Verdrängte
- rein und weiß aussieht, aber beim Näherkommen aggressiv und furchterregend werden kann
- eine Reinheitsideologie verkörpert, denn das Tier ist zum Bild für Liebe, Reinheit und Schönheit, aber auch der Keuschheit geworden.
- Mythen zufolge die Seelen in das Jenseits bringt (Walküren heissen auch “Schwanenjungfern”), also ein Tier das für Übergänge und Wandlung steht.
- den Tod ankündigt: Da Schwäne im Winter manchmal in Gewässern festfrieren und dabei durchdringende Schreie ausstoßen, wird der klagende Schwan als Ankündigung des nahenden Todes angesehen (Schwanengesang).
Der Film ist spannend und voller überraschender Effekte – abgesehen von der doch streckenweise für mein Empfinden zu drastisch gezeichneten Dualismen (das Thema Schwarz-Weiß zieht sich durch den Film und überzeichnet die vielen Grauschattierungen die das Leben ausmacht) und der hektischen Atmosphäre während des ganzen Films kann ich auf jeden Fall empfehlen, ihn anzusehen. Seht selbst!




