Letzte Vollmondnacht, vergangene Woche, hatte ich einen Traum, in dem ich in einer Kugel eingeschlossen war. Die Atmosphäre war erdrückend und voll unterschwelliger Panik, andererseits ist mir das Thema dieses Traums schon aus Kindertagen bekannt: Ich habe als ich klein war, oft derartige “Kugelträume” gehabt, vor allem und besonders intensiv, wenn ich krank war und Fieber hatte.
Das Bild dieses Traums hat mich dazu geführt, mir über die Verbindung von Uranus und Pluto Gedanken zu machen: Es beschreibt für mich genau die Situation der Enge und Anspannung, die sich vor der notwendigen Explosion breit macht. Uranus-Pluto ist die Befreiung aus der Enge, der Enge der Gedanken und Bilder, der Vorstellungswelt, wenn sie drauf und dran ist, wichtiger als das Leben selbst zu werden. Es ist eine aktuelle Konstellation (Uranus in Widder, im Quadrat zu Pluto in Steinbock), die noch einige Zeit wirksam sein wird, und die -je nach individueller Veranlagung – für den Einen mehr, den Anderen weniger spürbar sein wird.
Ich gehöre zu Jenen, die die Konstellation deutlich zu spüren bekommen: Pluto wandert über den DC, Uranus über meinen MC, im Quadrat zu meinem AC. Veränderungen über Veränderungen also, mich selbst (AC), meine Ziele und meine Berufung (MC) und meine Beziehung(en) (DC) betreffend.
Womit habe ich es also genau zu tun?
Zum ersten natürlich mit dem Gott der Unterwelt: Pluto. Pluto ist ein mächtiger Gott, was er an sich bindet, bleibt ihm. Er führt uns in die Unterwelt, im Horoskop in die individuelle “Unterwelt”, das Unbewusste, das Verdrängte, die Denkmuster, an die wir uns klammern. Eine Atmosphäre der Absolutheit und der Extreme umgibt diesen Bereich. Es ist, auch im individuellen Geburtshoroskop, der Ort der eigenen Schatten, der unbewussten Triebkräfte, die (oft ohne unser Bewusstsein darüber) Macht über unser Leben haben. Es sind die Vorstellungen, die wir uns von uns selbst und der Welt machen, immer mit der latenten Gefahr, dass diese sich verselbstständigen und wir, ohne es zu wissen, einer immer größer werdenden Täuschung unterliegen: was wir wahrnehmen, empfinden, wie wir die Welt deuten – alles ist überlagert von Denkschablonen, die wir über die Wirklichkeit legen. Menschen, die eine starke Pluto- ode Skorpionbetonung in ihrem Horoskop haben, werden immer wieder mit der Macht konfrontiert, die von ihnen ausgehen kann – dabei kann es sich durchaus auch um Macht in der eigenen (so empfundenen) Ohnmacht handeln. Ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass zum Beispiel gerade depressive Menschen eine Macht über ihr Umfeld ausüben können, die ihnen selbst gar nicht bewusst ist.
Und dann Uranus: Der Gott des Himmels, in der Astrologie den Aufbruch, die Neuerung, das Veränderliche versinnbildlichend. Das ständig neu schaffende, Schöpferische: Im Mythos hört er nicht auf, immer weiter Kinder zu zeugen. Uranus steht für die Befreiung und die Reform, für das Sicherheben aus zu engen Normen, Regelungen, auch von den Ansprüchen des Ego, von den Trieben der eigenen Empfindungswelt. Wo Uranus in unserem individuellen Geburtshoroskop steht, gehen wir ungewöhnliche Wege, erheben wir uns vom Alltäglichen, sehen wir die Dinge “von oben”, aus der Vogelperspektive. Wo Uranus seine Energien hinfließen lässt, da verändern und wandeln sich die Dinge, das ist alles in Bewegung und im Umbruch.
Was nun, wenn sich Uranus mit Pluto, dem Gott der Unterwelt zusammenschließt?
Was natürlich geschehen kann, ist, dass man kramphaft versucht, an Altem und Überkommenen festzuhalten; ob es Denk- und Verhaltensmuster, Welterklärungen oder Glaubenssätze sind, die uns Leit-Bild sind und waren. Dann kann sich ein akuter Uranus-Pluto-Transit anfühlen wie ein Vulkanausbruch, alles, an das wir uns geklammert haben, wird einfach umgeworfen. Wolfang Döbereiner schreibt in seinen “Astrologisch-homöopathischen Erfahrungsbildern zur Diagnose und Therapie von Erkrankungen” zur Verbindung von Uranus und Pluto:
Beim akuten Transit von Uranus über Pluto oder umgekehrt, kommt es zur Situation des notwendigen Leitbildwandels. Die bisherigen Vorstellungen sind der eigenen Entwicklung nicht mehr angemessen, sie bedürfen der Ablösung durch neue Konzepte, durch neue Orientierung. Die Umstellung entspricht einer Krise, da die Vorstellungswelt, die Konzepte, nicht mehr “ziehen” – “die Kutsche steht, ein Pferdewechsel findet statt”. Die Phase der Umstellung entspricht einer Depression, die umso stärker ist, als von der Vorstellungswelt psychische Schwächen kompensiert werden müssen.
Döbereiner geht davon aus, das Pluto (und die damit verbundene Vorstellungswelt) umso stärker sind, je mehr Angst ich habe vor meinem Empfinden, meiner Eigenart, vor “dem freien Spiel der Gefühle und Empfindungen” (Döbereiner).
Nun ist das zum einen ja ein aktuelles Thema aufgrund des derzeitigen Uranus-Pluto-Quadrats, das für das Weltgeschehen und viele Individuen gilt – und zum andern ein Thema, das mich ein Leben lang begleiten wird (Uranus-Pluto-Spiegelpunktquadrat im Geburtshoroskop) und gerade jetzt wieder verstärkt aufgeworfen wird. Nun, ich leide noch nicht an Depressionen – aber ich befinde mich schon einige Monate in einer eigenartigen “Zwischenphase”, in der ich ganz eindeutig spüre, dass mein Leben eine neue Richtung einschlagen wird. In vielen Dingen – allen voran Dinge die meine Berufung und meine berufliche Zukunft betreffen – habe ich das Gefühl, mir überhaupt nicht mehr sicher sein zu können. Vieles, wo ich mir immer sicher war (in der Kirche arbeiten, als freedance-Lehrerin arbeiten) ist fragwürdig geworden, oder gar ausgeschlossen. Als ich letzte Woche einen Anruf meiner Dienststelle bekam, wie es nach der Karenzzeit weitergehen solle, war ich versucht rauszuschreien: Ich weiß es doch nicht! Ich will da noch offen sein und mich nicht festlegen, mich neu orientieren…Aber in meiner oft leider unsicheren und beeinflussbaren Art habe ich natürlich nichts dergleichen gesagt, sondern nur, dass ich darüber nachdenke (bald wieder einzusteigen) und mich wieder melde.
Davor habe ich immer schon Angst gehabt: vor notwendigen Veränderungen, fundamentaler Art natürlich, wie sie Uranus-Pluto entsprechen. Ich erinnere mich noch gut an meine erste echte Lebenskrise, als ich von Zuhause wegging um zu studieren: ein absoluter Wechsel in eine neue Lebenssituation, der auch viele meiner Vorstellungen (über mein Studium, das ich auch mal wechselte deswegen, das Leben als Studentin, weg von Zuhause…)völlig verändert hat. Ich war damals nahe daran, in eine Depression abzustürzen.
Wolfgang Döbereiner hat sicher recht, wenn er meint, dass Pluto und seine Vorstellungswelt umso mehr Macht über das Leben haben können und eine größere Versuchung darstellen, wenn ich Angst vor meinem ureigenen Empfinden und meiner Eigenart habe (was in meinem Horoskop Sonne-Neptun und Mond-Neptun entspricht).
Man stellt sich das Leben vor, das ist bedeutend leichter, als es zu leben.
Wie wahr! Das ist, in den Worten von Döbereiner, die größte Gefahr unter Uranus-Pluto.





Jeder Satz hätte ich sein können. Ich, Connie, 58 (Lehrerin, Fremdsprachen-Korr.), Reporterin) bin Waage Aszendent Skorpion fühle mich genau wie du es beschreibst. Es ist hoffentlich die Ruhe vor dem Sturm und ich werde vorbereitet. Und dennoch: Es ist sooooo schwer auszuhalten… Ich bin mit Lebenssituationen konfrontiert, die mich verzweifeln lassen müssten (Hartz IV, lange schon kein Partner, kein Geld, keine Berufung (ich möchte als schamanische Heilerin nach Kanada) und doch, irgendeine Kraft hält mich aufrecht und lässt mich da durchgehen. Ich gehe durch die größten Zitterzustände, in denen ich das Gefühl habe, im nächsten Moment zusammenzubrechen und dann kommen wieder Kraftakte (stundenlanges Wandern, Laufen, einfach nur, um das Rad im Kopf ruhig zu kriegen. Ich verlasse mich auf nächtliche Träume, die schon immer meinen Weg begleitet haben… und die dafür sorgen, dass ich meinen Lebenstraum nicht aufgebe. Gott sei Dank hatte ich neulich einen von meinem Umzug: alle Kisten und Kartons standen gepackt da…. Als es in diese Situation hineinging, hatte ich den Traum von einem Verlies, in dem ich sitze und nichts tun kann als nur warten. Irgendwann hat meine längst verstorbene Mutter und mein ebenfalls verstorbener Zitter-spielender Onkel die Verlies-Tür geöffnet und ich ging in Musik und Tanz… Wie sehr ich diesen Tag herbeisehne…. Deshalb konnte ich auch deinen Traum vom Eingeschlossensein in der Kugel so gut verstehen. Ach, es hat gutgetan, das zu schreiben… Ich bin nicht allein! Liebe Grüße Connie
Liebe Julia,
das ist die erste PL/UR-Deutung, die mir weiterhilft – gut gemacht! Endlich mal jemand, der nicht einfach Döbereiners Homöopathiebuch widerkäut.
Ich sehe für die nächsten Jahre etwas Unnennbares auf mich zukommen, und vielleicht wäre es besser, wenn ich nicht wissen wollen würde, was es ist…
Pluto steht gerade mitten auf meiner Mond-Sonne-Konjunktion, Uranus im Quadrat dazu dicht vor meinem Mars (ich merke ihn jetzt schon an massiven Schlafstörungen, nachts ist es, als würden 2000 Volt durch meinen Körper gejagt) – und unglaublicherweise habe ich in meinem nächsten Septar, das in einem halben Jahr anfängt, eine enge UR/PL-Konjunktion im 1. Haus mit weiter Konjunktion zum Mars rüber ins 2. – und als sei das nicht genug, steht Pluto dort auch noch auf 17° Jungfrau, dem “Vulkanausbruch” in den Sabischen Symbolen.
Da durchfuhr mich doch ein heiliger Schreck, als ich oben las:
“Dann kann sich ein akuter Uranus-Pluto-Transit anfühlen wie ein Vulkanausbruch, alles, an das wir uns geklammert haben, wird einfach umgeworfen.” !!!
Was mir bloß Angst macht, ist diese Konjunktion im 1. Septarhaus, da kann es doch körperlich werden. Andererseits ist PL/UR die Rückseite von SO/VE – geht es darum, meinen Körper lieben zu lernen?
Es ist ja in drei Jahren nicht zu Ende, denn da folgt, weil’s so schön war, gleich noch mein Saturn-Return.
Natürlich denkt man bei so was auch an den Tod. Aber selbst, wenn das jemand aus Erfahrung oder Einsicht bestätigten könnte, würde er mir’s ja nie sagen, das ist mir schon klar. Und ändern könnte ich eh nichts.
Ich hatte all diese Transite und Returns ja schon mal (jetzt bemühe ich das Human Design System, das zusätzlich zum Radix ein “Design-Chart” erstellt für den Zeitpunkt, als die Sonne exakt 88° vor ihrem Radixstand stand): Als Pluto über meine Design-Sonne lief, bin ich total ausgetickt – ins Ausland abgehauen, zwei Selbstmordversuche, gelebt in voller Intensität, vagabundiert, Drogen genommen und geliebt und zum Schluss zwei Monate U-Haft. Als Uranus über meinen Design-Mars lief, war eigentlich nichts Schreckliches, ich habe nur ein Jahr lang 14 Stunden täglich gearbeitet – großer freiberuflicher Durchbruch, aber keine Privatsphäre mehr bis kurz vorm Burnout. Und bei meinem ersten Saturn-Return wurde ich definitiv mit der Geburt meiner zweiten Tochter auf ein Leben als “Ehefrau und Mutter” festgenagelt.
Wenn ich das jetzt alles addiere – und deine herrlich überzeugenden Deutungen dazu nehme – erwartet mich vielleicht wirklich nur der Zusammenbruch meiner bisherigen lebensfernen Welt… ein Durchbruch? Das wäre das größte Geschenk. Eigentlich habe ich Pluto bisher immer als bereichernd erlebt, und wenn es noch so heftig her ging.
Ich laufe seit Februar schon immer wieder durch Angstkrisen, depressive Verstimmungen – wie sieht es bei dir aus? Vielleicht sollten wir eher vor Vorfreude auf und nieder springen?
Liebe Grüße, Angela
Liebe Angela!
Danke daß du hier deine persönlichen Erfahrungen mit Ur-Pl schilderst – ich kann dich gut verstehen. Ich fühle mich schon seit Ende letzten Jahres ganz ähnlich. Ich konnte kein besseres Bild als die Ruhe vor dem Sturm finden – obwohl diese Ruhe eigentlich eine totale innere Unruhe ist, die bei mir immer öfter hochsteigt. Und es geht so vielen Menschen gerade so! Überall brechen zur Zeit die jeweiligen (Vorstellungs-) Welten zusammen. Und du hast sicher recht, Pluto ist ein bereichernder Planet, Pluton ist im Mythos per definitionem der Reichtum, den die Tiefe schenken kann, der Gang durch den Hades. Das was diesen Reichtum verhindert, ist die Angst – und die kenne ich selber sehr gut. Und die Angst ist immer am größten in den Phasen vor der Veränderung, die ansteht. Ich versuche einfach dem Himmel zu vertrauen – aber das ist eine Aufgabe für sich…
Bei mir ist der aktuelle Pluto in sieben, noch im Quadrat zum Radix-Mars in Haus fünf, und das fühlt sich auch nicht angenehm an. Ich hatte, als der Transit genau war, immer wieder plötzliche Erinnerungsanfälle an frühere Beziehungen, wobei mir alles, was ich bisher an Empfindungen weggeschoben habe, unkontrolliert weider hochgekommen ist. Ich weiß noch, bis heuer im Frühjahr habe ich oft einfach unkontrolliert zu weinen angefangen, einfach so, die Emotionen haben mich überwältigt.Ja, und die Angst, die habe ich sowieso immer wieder, aber es wird mit den Jahren besser – seit ich weiß, woher die grundsätzliche Lebensangst bei mir herrührt (ich habe Mond-Neptun, Sonne-Neptun, Merkur-Neptun, Saturn-Neptun und Mars-Neptun).
Ich hatte ja auch gerade den Saturn Return, und ich habe sogar öfter vom Tod geträumt. Dazu habe ich auch einen Artikel geschrieben
Vielen Dank für deine Gedanken!
Liebe Grüße
Julia
Liebe Julia,
wo finde ich den Traumartikel?
Ich habe ebenfalls vor vier Tagen einen sehr bemerkenswerten Todestraum gehabt. Du hast mich daran erinnert, deshalb habe ich ihn gestern gleich mal in meinem Blog veröffentlicht. Unsere Blogs sind sich ziemlich ähnlich finde ich. Dieselbe Vielfalt und ähnliche Themen.
Uranus-Pluto rollt wie eine Dampfwalze über mich hinweg…
Du bist ja echt gut mit Neptun bestückt! Es heißt ja immer, Neptun stehe auch für Illusionen. Mir ist jetzt aufgegangen, dass Illusionen viel eher zu Pluto gehören, denn was sind Vorstellungen anderes als Illusionen?
Das war, als ich nach der Lektüre deines Artikels einmal meine Plutotransite rekapituliert habe. Es ging immer um eine tiefsitzende Vorstellung, die da plötzlich hochkam und in die ich mich besinnungslos reinstürzte – und dann krachte sie zusammen. Pluto über Sonne: Ich stürzte mich in ein Leben, das mir nicht gehörte, und es wurde mir brutal weggerissen. Pluto über Venus: … eine Liebe, die mir nicht gehörte usw. Das Blöde ist, dass man vorher meistens gar nicht weiß, ob es eine Illusion ist oder die Erfüllung einer Sehnsucht. Oder ist jede Sehnsucht etwa eine Illusion?…
Ich wünsch dir Leichtigkeit!
Angela
Liebe Angela, hier der link zum Artikel:
Saturn
Der Neptun ist die Illusion, der Pluto das Vorstellungsgebäude, das ist etwas viel Massiveres als Neptun.
Liebe Grüße!
Julia