Ein Jahr ist es her, seit ich begonnen habe, Artikel zu schreiben – und in meinem ersten Artikel der hier veröffentlicht wurde, habe ich meine Jahreskarte aus dem Tarot für 2011 beschrieben.
Ein ganzes Jahr (unter dem Signum des Sterns aus dem Tarot) ist seither vergangen. Ich muss zugeben, ich habe mir dieses Jahr zu Beginn anders vorgestellt. Ich bin – im Nachhinein verstehe ich es so – mit viel zu vielen Vorstellungen und Plänen in das Jahr gegangen. Die Jahreskarte, der Stern, hat mich motiviert – eine sehr positive Karte. Sie steht für das Schöpfen aus den Quellen, die Erfüllung, das Finden zu sich selber. Dennoch: Im Grunde ist das auch so gewesen, auch wenn es sich nicht immer nur gut für mich angefühlt hat. Aber wer sagt denn, dass sich das Zurückfinden zu seinen wahren inneren Quellen, die Suche nach der eigenen Bestimmung, immer nur gut anfühlen muss? Bei allen Zweifeln und Unruhen und den Veränderungen, die sich in diesem vergangenen Jahr eingestellt haben, bin ich ein Riesenstück weiter bei mir selber angekommen. Also: Der Stern behält am Ende recht.
Natürlich habe ich in der Neujahrsnacht wieder eine Karte gezogen. Besser gesagt, sogar zwei: Zuerst aus meinen Schatzkarten, die ich seit langem immer wieder mal zur Inspiration verwende. Hier kam die Ausdauer zu mir – hat mich (Krebs-AC. Wer ist da schon erfreut, wenn es um die Fähigkeit zur Ausdauer geht??)anfangs nicht so begeistert.
Natürlich ist mir klar, dass das Ziehen dieser Karte für mich (gerade deshalb…) Sinn macht.
Aus dem Tarot (aus dem ich zu diesem Zweck nur die Grossen Arkana verwende) habe ich Die Liebenden gezogen.
Diese Karte habe ich, aus vielen Legungen und Ziehungen, schon sehr oft gezogen. Ich mag diese Karte sehr gerne – sie erinnert mich auch an das Symbol meines Sonnenzeichens, die Zwillinge. Im Grunde geht es bei dieser Karte aber um das Thema der Entscheidung, genauer der Herzensentscheidung. Das heisst, eine Entscheidung, die aus klarem und vollem Herzen getroffen wird, und meinen Lebensweg insofern weiterbestimmt, als sie mich auf meinen eigenen, mir bestimmten Weg weiterbringt. Warum komme ich auf diese Deutung?
Die Karte, auf der die oben dargestellte Version aus dem Rider-Waite-Tarot basiert, ist eine Darstellung, auf der ein junger Mann zu sehen ist. Er steht zwischen seiner Mutter und seiner zukünftigen Frau, er muss sich nun entscheiden (im Grunde ist natürlich klar, für wen er sich entscheiden wird. Zumindest wünschen wir ihm alle, er möge sich für die Geliebte und zukünftige Ehefrau entscheiden
). Die Entscheidung also, sich aus seiner Vergangenheit heraus, aus seiner Herkunft und seinen Wurzeln heraus den eigenen Weg weiterzugehen. Herauszuwachsen, ohne die Wurzeln abzutrennen.
In seinem Buch Tarot und die Reise des Helden beschreibt Hajo Banzhaf das Thema dieser Karte als den Moment der bewussten Entscheidung für den weiteren Lebensweg, den jeder Mensch auf seiner “Heldenreise” (in Anlehnung an zahlreiche mythische Beschreibungen, die bildhaft das Leben des Menschen als Heldenreise beschreiben, in der der Hauptakteur viele Aufgaben lösen muss, um zu seiner Bestimmung und Erfüllung zu gelangen) erlebt:
Diese eindeutige Entscheidung aus freien Stücken und vollem Herzen gehört sicherlich zu den höchsten Glückserfahrungen auf dem Bewusstwerdungsweg. Die dazugehörige Beherztheit und Entschiedenheit ist nicht nur das Thema dieser Karte sondern auch Voraussetzung für jede Heldenreise, die ohne die Entscheidung, das Elternhaus zu verlassen, gar nicht stattfinden würde. Das Motiv der älteren Tarotkarte war in der Malerei beliebt, wo man es bezeichnenderweise als “die Entscheidung” oder “Scheideweg” nannte.
Auch jetzt, während ich diese Zeilen schreibe, wird mir immer noch klarer, von Zeile zu Zeile, wie ich diese Beherztheit brauche. Dass ich an einer Weggabelung in meinem Leben angekommen bin, ist mir schon länger klar. Aber bisher fehlte mir oft der Mut und eben diese Beherztheit, mich klar für eine weitere Aufgabe und einen Weg zu entscheiden. Hier geht es nicht mal um das Richtig oder Falsch einer Entscheidung – sondern rein darum, ein Zuviel an Zweifeln ablegen zu können und mit Freude einen Weg einzuschlagen, egal ob ich jetzt weiss, wie er weitergeht, oder nicht. Möglicherweise kommt mir gerade hier die Ausdauer auch gerade recht. Ich war immer schon versucht, etwas gleich aufzugeben, wenn es sich nicht sofort vollkommen perfekt anfühlt. Vielleicht habe ich mir selber auf diese Weise viele wertvolle Erfahrungen vorenthalten, die ich jetzt eben nachholen darf.
Zusammengefasst: Die Jahreskarte, die ich zu Silvester für 2012 gezogen habe, entsprechen meinem Bauchgefühl, das sich seit einiger Zeit bei mir eingestellt hat, gut: Die Zeiten des ewigen Zweifelns und Nachdenkens, die auch viele Artikel hier im Blog seit Monaten prägen, allem voran wenn es um meinen momentanen beruflichen Weg und meine Ziele geht, dürfen sich jetzt mal verabschieden. Ist auch wirklich an der Zeit





