Ich hatte gestern einige interessanten Synchronizitätserlebnisse, die allesamt mit Spinnen und verwandten Themen zu tun hatten.
Erstens: Schon am Morgen liegt kurz nach dem Aufstehen vor mir eine pralle Zecke auf dem Wohnzimmerboden – angefüllt mit dem Blut meiner Katze, offensichtlich. Ich halte sie einige Zeit zwischen den Fingern und sehe ihr wie ihre Beinchen zappeln. Ziemlich ekelerregend.
Später am Tag sieht meine ältere Tochter fern. Sie sieht eine Folge “Sailor Moon”, wobei die Kämpferinnen gerade einen Dämon vor sich haben, der die Gestalt einer schwarzen Spinne angenommen hat. Dieser Dämon nennt sich in der Episode “die Witwe”, woraufhin mich meine Tochter fragt, was das heißt. Ich erkläre ihr, dass es eine Spinne namens “Schwarze Witwe” gibt, die gefährlich und giftig ist, und wie sie in etwa aussieht.
Abends sehe ich einen Film, den mir kürzlich eine Freundin geliehen hat, mit der Empfehlung, ihn anzusehen, weil er gut und anschaulich aufzeige, wie das Böse wirkt und den Mensch verführt, sein Opfer zu werden und dafür die eigene Lebendigkeit einzubüßen hat (“Krabat”). Es geht um einen Jungen, der in die Fänge eines dunklen Magiers gerät, der junge Männer anlockt und an sich bindet und mit der Fähigkeit zur Macht und Magie verführt – in Wahrheit verbraucht er die jungen Leben und opfert sie um sein eigenes Leben zu erhalten und zu verlängern. Die Assoziation des Spinnenthemas, wobei eine Macht über das Leben verfügt und dieses für sich verbraucht (“aussaugt”) liegt nahe.
Möglicherweise sollte ich mir solche Filme gar nicht ansehen – solche Art von Filmen haben eine starke Wirkung auf mich.
Denn in der Nacht hatte ich einen Traum, in dem sich Schwarze Witwen in meinem Schlafzimmer verstecken. Meine Mutter ist hier und zeigt sie mir, sie ist es auch, die mir erklärt, dass es gerade Schwarze Witwen seine, die hier unter meinem Bett nisten. Sie nimmt sogar eine in die Hand und zeigt sie mir, woraufhin eine dieser sich Spinnen vor mir aufbäumt und die Vorderbeine drohend erhebt, wie es Spinnen tun, wenn sie sich angegriffen fühlen und sich verteidigen wollen.
Ich bekommen immer noch eine Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke.
Neugierig geworden, habe ich das Sonne-am-MC-Horoskop erstellt (diese Art Horoskope geben die Qualität der Bestimmung im Sinne des MC dieses Tages wieder und gelten so für den ganzen Tag).
Die schon seit längerem aktuelle Uranus-Pluto-Konstellation hat ja für mich schon persönliche Relevanz, da ich die Konstellation als Spiegelpunkt habe. Zusammen mit der immer noch aktuellen Mars-Neptun-Opposition werden hier Schatten ans Licht geholt. Diese sind – bei Uranus-Pluto- immer Schatten verdrängten Lebens, das durch Vorstellungen ersetzt wurde. Wolfgang Döbereiner hat der Konstellation das homöopathische Mittel latrodectus mactans zugeordnet, die Schwarze Witwe. Das Männliche, Zeugende (Uranus) wird vernichtet, so wie die weibliche Spinne ihren Partner tötet. Dem entsprechend taucht dieses Urrudiment in Menschen mit Uranus-Pluto auf, wenn die Mutter den Vater unbewusst oder insgeheim ablehnt oder enttäuscht ist, vor allem während der Schwangerschaft. Wie im letzten Artikel über Mond-Uranus beschrieben, war es in der Tat so, dass auch bei meiner Mutter die Schwangerschaft – sicher unbewusst und durch ihre Lebensangst gesteuert – gefährdet war, und die Option einer Abtreibung im Raum stand. Ein Grund war die Ablehnung durch die Familie des Vaters – was, wieder unbewusst, eine ablehnende Haltung gegen den Vater und gegen das Männliche an sich bewirken kann.
Eine interessante Tatsache ist auch, dass in den letzten beiden Tagen der Mond meinen Uranus passierte – und so mein Mond-Uranus-Thema ans Licht geholt hat, offensichtlich ist das auch eine wichtige Komponente des Traums, in dem meine Mutter anwesend ist. Sie hat einen engen Bezug zu der Spinne im Traum, es scheint sogar so, als wäre sie mit ihr vertraut. Sie hat Pluto am AC, gradgenau. Und was hat meine Mutter eigentlich in meinem Schlafzimmer zu tun? Eine Vermutung tut sich auf, um welche Art der Besetzung – und nichts anderes ist die Spinne, die bei mir nisten möchte – es sich handelt. Es ist immerhin auch schon des Öfteren vorgekommen, dass meine Mutter mich im Traum beim Sex mit meinem Mann beobachtet – wobei naturgemäß dann die Lust verschwindet.
Spinnenträume sind schon öfter bei mir vorgekommen, aber die Spinnen und ihre Netze sehe ich im Traum immer in meinem Elternhaus. Ich habe mehrmals geträumt, ich komme zurück in mein Elternhaus, gehe in mein ehemaliges Zimmer, und alles ist voller Spinnweben und Spinnen, die von der Decke hängen. Und schon als Kind hatte ich nachts im Bett oft Angst vor Spinnen, die ich fast real in meinem Bett herumkrabbeln sah. Ich weiß noch gut, wie ich dann immer wollte dass mein Vater kommt. Dann waren die Spinnen wieder weg. War es das von der Mutter abgelehnte väterliche Prinzip, das die Spinnenangst in diesem Moment vertrieben hat?
Bei Neptun im zweiten Quadranten (und bei Verbindungen zu Mond, Sonne oder Merkur) tauchen oft Spinnenphobien auf – diese These aus den Erfahrungsbildern von W. Döbereiner kann ich also nur bestätigen. Ich nenne das auch gerne das “Kaninchen vor der Schlange – Phänomen”: bei großer Beeindruckbarkeit (v.a. bei Mond-Neptun) und damit verbundener Angst vor dem eigenen Erleben und Empfinden wirkt Pluto doppelt stark. Das macht in der Folge anfällig für “Besetzungen”, und das heißt immer: Übernahme fremden Empfindens und fremder Identität. Das Kaninchen kann sich der Hypnose der Schlange nicht entziehen. Es sei denn: Es erkennt in der Schlange das Nicht-Eigene, in dem es seine eigene Schwäche tarnt.




>> Es ist immerhin auch schön des Öfteren vorgekommen..
Hallo Julia,
was für ein ~schöner~ Lapsus…
Beste Grüße
Mythopoet
Oh mein Gott!!
Ja Mond Uranus lässt grüßen.
Danke für den Hinweis!
Liebe Grüße!
Hallo, bin zufällig hier über google gelandet. Wer weiß, vielleicht hast du in Wahrheit von mir geträumt und nur gedacht es sei deine Mutter? Gerade sehe ich mich im Zimmer um, ob ich zufällig eine Spinne sehe, denn bei uns gibt es viele Spinnen, aber ich sehe keine. Sie kommen durch das Fenster aus dem Garten. Eine richtige Plage. Dafür fällt mir auf, dass es Spinnweben gibt. Hätte ich nicht bemerkt, wenn ich deinen Text nicht gerade gelesen hätte. Ich habe ein Foto an einer Wand hängen, gleich beim Computer, das etwas von der Wand absteht. Wenn man nicht gerade von der Seite zwischen Foto und Wand hinschaut sieht man nicht, dass dort kleine Spinnweben hängen. Eine kleine Spinne wird sich vielleicht auch dahinter verstecken. Dabei habe ich das Foto erst abgewischt.