Die letzten Glühwürmchen

Heute mal eine Filmempfehlung :-)

“Die letzten Glühwürmchen” ist einer der traurigsten, aber auch schönsten Filme die ich gesehen habe. Letzte Woche habe ich mir den Film mit meinem Freund angesehen, nachdem wir uns dieses japanische Werk von Isao Takahata schon länger vorgenommen hatten. Es ist ein Film aus dem Studio Ghibli (aus deren Produktionen ich einige nur empfehlen kann, vor allem die Filme von Hayao Miyazaki, die ich bereits gesehen habe).

In der Geschichte dieses Films geht es um zwei Kinder, die am Ende des zweiten Weltkriegs in Japan um das Überleben kämpfen. Es ist ein Antikriegsfilm, der aber nicht so sehr die geschichtlichen Hintergründe und den Krieg an sich, sondern viel mehr das Schicksal zweier Einzelner, in diesem Fall den Jungen Seita und seine kleine Schwester Setsuko.

Am Anfang des Films wird das Ende bereits vorweggenommen: Der Junge Seita stirbt ausgehungert und ungeachtet von allen Passanten an einem Bahnhof. Dann wird die Geschichte von Anfang an erzählt:

Die beiden Kinder verlieren ihre Mutter bei einem Bombenangriff und kommen erst bei einer Tante in der Stadt unter. Diese behandelt sie schlecht, und macht dem Jungen Vorwürfe, da er sich nicht am Krieg beteiligen möchte. Sie behandelt ihn, als sei er ein Schmarotzer und Nichtsnutz, weil er nicht kämpft, wie sein Vater. Seita hingegen macht es sich zur Aufgabe, sich um seine vierjährige Schwester zu kümmern, und ihr den Verlust der Mutter so zu erleichtern. Nach einer Zeit verlassen sie die Tante, die ihnen nun nicht mal mehr zu essen gibt, und versorgen sich in einem verlassenen Bunker vor der Stadt selbst. Was folgt, ist ein aussichtsloser Kampf gegen Hunger, Kälte und Unverstandensein. Als Seita auch noch zufällig erfährt, dass  sein Vater im Krieg gestorben ist, verlässt ihn endgültig der Mut.

 

Ich würde auf jeden Fall empfehlen, Taschentücher bereitzuhalten, bei mir sind die Tränen nur so geflossen. Ein wirklich aufrührender Film.

 

 

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Der Messermörder. Ein filmreifer Alptraum bei Mond-Pluto

Ich hab mir ja schon öfter gedacht, das meine Träume ab und zu absolut besten Filmstoff für richtige Horrorschocker wären – die letzte Nacht hat das wieder mal bestätigt.

Generell war die letzte Nacht unruhig, auch meine Kinder sind nicht eingeschlafen, beziehungsweise nachts stuundenlang wach. Anstrengend…Als ich dann(endlich) auch mal einschlafen durfte, hatte ich diesen Traum:

Ich befinde mich in einer Stadt, die ich jetzt einfach als Salzburg indentifiziere – vieles der Bilder im Traum erinnert mich an diese Stadt, in der ich doch fast sieben Jahre lang gewohnt habe. In der Stadt geht ein Mörder um, und ich bin ihm auf der Spur. Immer wieder komme ich “zufällig” dazu, wenn die Anschläge passieren, und kann diese beobachten.  Es handelt sich um einen geheimnisvollen “Messermörder”, der auf fast magische Art und Weise Messer, eigentlich nur Klingen, fliegen lässt, und die Menschen so angreift. Nicht alle sterben dabei, einige werden nur verstümmelt, was auch nicht besser ist. Ich sehe zum Beispiel, als ich gerade an einem Schaufenster stehe, wie die geheimnisvollen Klingen plötzlich aus der Erde rausfliegen und einem Mann die Zehen abschneiden. Es ist echt ekelhaft. Ich habe das Gefühl, ich muss die Menschen warnen. Ich renne panisch durch die Stadt, kann aber nichts bewirken.

In einem Szenenwechsel befinde ich mich dann doch auf einmal im Haus des Mörders – ich habe ihn also doch gefunden. Zu meinem Erschrecken sind es aber zwei Männer, die dahinter stecken.  Eines meiner Kinder, ich glaube die Kleine, ist auch da, und einer der Männer droht mir an, sie zu vergewaltigen. Ich fühle mich machtlos angesichts der Übermacht dieser beiden über mich.

Wieder Szenenwechsel: Ich bin in einer Sporthalle und warte auf meinen Liebhaber, ein alter Mann. Während ich auf ihn warte, überlege ich mnir, warum ich denn überhaupt auf diesen Mann warte. Er ist doch viel zu alt für mich. Warum habe ich mich da überhaupt reinziehen lassen? Was mache ich hier überhaupt?? So in meinen Gedanken beschließe ich, einfach zu gehen. Ich gehe in den Nebenraum, auch eine Art Turnhalle, und tanze oder trainiere dort irgendwas, ich weiß nicht mehr genau was.

Im Aufwachen höre ich, wie mein Freund neben mir im Schlaf meinen Namen sagt und dann auch noch leise aufschreit, so als hätte er auch gerade einen schlimmen Traum. Heute Mittag dann erzählte er mir auch, er hätte schlecht geträumt, kann sich aber nicht mehr erinnern, was es genau war.

Nun bin ich schon neugierig gewesen, was die aktuellen Konstellationen, vor allem die der letzten Nacht, da an Deutung oder Orientierung geben können. Hier die Radix der Nacht, erstellt auf drei Uhr morgens:

Um was geht es also in dieser Nacht? Der Aszendent steht im Zeichen Waage. Beziehungsthema, würde ich da spontan assoziieren. Beziehung im Sinne von Partnerschaft, aber auch alle anderen Beziehungen, die ich zu anderen Menschen habe. Welcher Art, wie äußert sich das? Herrscherin Venus steht in Haus drei, im Zeichen Steinbock. Es ist eine Venus, die Sicherheit und Beständigkeit sucht, eine, die Beziehungen festigen möchte, eine Venus, die keine Arbeit und Mühen scheut, wenn es um Beziehung geht. In Haus drei wird dieses Thema nach außen hin gezeigt, artikuliert und ausgedrückt. Herrscher des Steinbock, Saturn, ist in Haus eins: das Erscheinen dieses Themas (der Beziehung) ist maß-geblich, Ordnung und Sicherheit repräsentierend. Strenge im Erscheinungsbild. Als Menschen mit dieser Konstellation gedacht, stelle ich mir da vor, der kommt immer mit “erhobenem Zeigefinger” daher. Alles muß wohlgeordnet vor sich gehen – das ist immerhin auch das Waagethema, da verstehen sich die beiden Zeichen wunderbar. Schön, ordentlich, harmonisch muß es sein. Keine Fehler.

So – das wäre alles ganz wunderbar, wären da nicht noch Pluto, Mars und Mond, die da auch ein Wörtchen mitzureden haben: Im Horoskop steht Pluto bei der Venus, Mond im Quadrat dazu im Zeichen Widder, und Mars aus Haus elf im Zeichen Jungfrau, der als Sonne-Mars das Handeln und die Vorgehensweise des Trauminhalts bestimmt. Die Gefühlswelt in diesem Traum, die hinter der schönen Fassade (möglicherweise auch deswegen die Stadt Salzburg: schöne Fassade, depressiver Inhalt…) die Situation und das Geschehen prägt, ist aufgewühlt, chaotisch und leidenschaftlich. Es ist mitunter auch viel Zorn, der hier wirkt (Mond in Widder, Mond-Pluto in Kombination mit Mars-Sonne). Woher kommt der Zorn? Einerseits aus dem sechsten Haus, aus dem Bereich der Anpassung und Ausrichtung auf die in der Umwelt vorhandenen Bedingungen (Stellung des Mondes). Die Empfindungen wollen sich nicht anpassen, wollen auch die Sicherheit, die die Venus so gerne haben möchte, nicht. Andererseits kommt er Zorn aus dem elften Haus, aus dem Ungreifbaren, Schöpferischen, aus dem Himmel. Dort wo eigentlich die Vögel frei fliegen sollten, ist wieder das Zeichen Jungfrau, analog zum sechsten Haus, bestimmend. Also wieder: Anpassung, Vernunft, Ausrichtung auf das, was von aussen vorgegeben wird.

Gerade einen Tag vorher hatte ich ein – für mich schon aufwühlendes – Gespräch mit meinem Liebsten, und zwar über unsere momentane finanzielle Situation, und unsere Zukunft. Ganz salopp gesagt: Jede Jungfrau (mein Freund gehört auch dazu) kann sich bei meiner Einstellung zu Geld und Zukunftsplanung eigentlich nur mehr die Haare raufen. Ich habe kein Einkommen und fange eine (für mich durchaus sehr teure) Ausbildung an. Konkrete Ziele, damit verbunden, kann ich nicht vorweisen, nur Interesse, Neugierde, Freude an der Sache. Äußerst zweifelhaft für mich auch die Möglichkeit, meine “alte” Arbeit, die ich vor der Karenz gemacht habe, in naher Zukunft, aber auch irgendwann später wieder aufzugreifen. Im Grunde genau das Dilemma, das die Konstellationen der vergangenen Nacht aufzeigen. Deshalb bin ich mir auch sicher, dass die Schreckensbilder meines Traums eine Verarbeitung genau dieses Themas darstellen. Freiheit und Leidenschaft versus Vernunft und Ökonomie. Das Bedürfnis nach Sicherheit und Geliebtsein gegenüber der Verausgabung, des Energieüberschusses, der, nicht ausgelebt, zum Zorn wird, auch gegen sich selber.

Ich denke, dass in vielen (Alp-)Träumen Personen abgespaltene oder unerwünschte Seiten des Träumenden darstellen. Gerade in Alpträumen sind es die unerwünschten Seiten an mir, die mir dann als Mörder und Schreckensbilder entgegentreten. Etwas, das für eine Seite an mir unerwünscht ist, aber dennoch  leben möchte, wird zum Schreckgespenst. Passe ich mich zu sehr an, werde zu vernünftig, zu sehr fokussiert auf “Fassadendenken” (Was denken die Anderen/Familie/Nachbarn/Freunde/Kirche/Was oder wer auch immer dazu? Und wie kann ich mich verhalten, dass mein Leben immer für alle diese genannten stimmt und angenommen wird? Logisch, geht nicht.)) dann wird der Mond zum zornigen Widdermond, und Mars – eigentlich meine Durchsetzungskraft, meine Energie, mein Eroberungsdrang – wendet sich gegen mich, anstatt für mich da  zu sein. Das Verdrängte fühlt sich übermächtig an, Mars wird im Traum zum unkontrollierbaren Aggressor, der nur mehr gegen das Leben (auch in Gestalt des Kindes, das frische, neue Leben) arbeitet. Es sind die Jungfrauthemen im Traumhoroskop und der Mond in Haus sechs, die das ausdrücken. In meinem Geburtshoroskop stehen Neptun und Uranus in Haus sechs, die mir sagen: Passe dich nicht zu sehr deiner Umwelt an, werde eigenständig, unabhängig.

Was bleibt, als sich einfach vertrauensvoll hineinzustürzen? Ich kann es meinem Freund (wohlgemerkt: Steinbocksonne, Jungfrauaszendent!) gar nicht hoch genug anrechnen, wenn er mich – so die Konsequenz unseres Gesprächs – in allem was ich tun möchte, unterstützen wird.

 

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Männerbilder zwischen Sonne, Mars und Chiron

Ist schon eine Weile her, als ich einen Artikel zu den – meiner Erfahrung nach drei wichtigsten – weiblichen Archetypen schrieb. Ich bin eine Frau- vielleicht gerade deshalb auch wichtig, sich einmal gedanklich an das Thema männlicher Bilder und Ur-Bilder heranzutasten.

Man ist geneigt, hier als erstes an Mars zu denken. (Wohl weil der Gott des Krieges und der sich energisch durchsetzenden “Männlichkeit” einfach aufdringlicher ist als das ruhig strahlende Zentralgestirn…) Warum aber nicht bei der Sonne anfangen?

Sonne. Der Väterliche und Heldenhafte

Die Sonne im Horoskop, aber auch als Archetyp für sich betrachtet, steht für das Ich, das Selbst und seine Entfaltungsmöglichkeiten, Stichwort: Selbstausdruck. Es geht nach aussen, das steckt im Begriff bereits drinnen, hier geht es um E-Motionen, dem Wort nach einer Bewegung von Innen nach Aussen. Ganz anders beim Archetyp des Mondes, dem weiblich-mütterlichen Prinzip: hier ist es nicht die Emotion, sondern die Empfindung, die leitet, wörtlich das In-sich-finden. Im individuellen Geburtshoroskop steht die Sonne immer auch für den eigenen Vater und, wichtiger noch: das daraus sich entwickelnde Vaterbild, das meine männliche Identität (vorausgesetzt ich bin ein Mann;-)) und meine Vorstellungen von Väterlichkeit prägt. Das alles weitergedacht, würde auch ergeben, dass der eigene Vater – oder besser das Bild, das ich von ihm habe, meine spezifische Art und Weise, ihn als Vater wahrzunehmen – meinen Selbstausdruck und meinen Verhaltensmodus tendenziell mehr mitbestimmt als das Mutterbild (kleine Anmerkung am Rande: auch die eigene Mutter kann die Rolle eines Vaterbildes übernehmen, alles ist möglich. Aber natürlich ist auch beispielsweise die Nichtanwesenheit eines Vaters ein Vaterbild, das mich prägt, nämlich das des nichtpräsenten Vaters, ergibt dann das “schwache Vaterbild”)

Sonnengott Helios

Das Sonnenprinzip will vor allem eins: Nach Aussen gehen, in die Aktion. So ist das Sonnenzeichen  (das Zeichen, in dem die Sonne bei der Geburt steht) auch die Qualität, die unser Verhalten und unser bewusstes Handeln bestimmt. Alles zielt auf die Bewusstheit hin: hier sind es nicht Gefühle, die irgendwo im Innern mein Handeln vielleicht unbewusst mitleiten – wie beim Mondprinzip – sondern hier streben die Gefühle nach Ausdruck. So wie das Herz im menschlichen Körper, das astrologisch auch dem Sonnen/Löweprinzip zugeordnet wird, ist die Sonne der “Motor”, der das Leben in Gang hält, Bewegung bringt, sich selbst ausdrückt. Man kann sagen, der Mond ist die Schwangerschaft, die Sonne ist die Geburt und das Ins-Leben-Kommen. Die Schattenseiten des Prinzips sind demnach alles was mit Übersteigerung, Selbsterhöhung und Manie zu tun hat. Das Ego wird über alles Andere gestellt – eine Pervertierung des alten “Heldenmythos” kann entstehen.

Der Koloss von Rhodos: Eine Gabe an den Sonnengott und Ausdruck einer übersteigerten Männlichkeit...

Wenn die Sonne ein Mann wäre, würde ich ihn mir als sehr charismatischen, in seinem ganzen Ausdruck strahlenden Menschen vorstellen. Er ist groß und athletisch gebaut, er hat leuchtende, blonde Haare, nicht zuwenig, eher von der Art “Löwenmähne”. Er bewegt sich raubtierhaft, elegant, strebt immer in die Mitte und ins Zentrum, um gesehen (und bewundert) zu werden. Alle Augen richten sich fast automatisch auf ihn.

Mars. Der Kriegerische, der Eroberer

Mars ist das Urbild des schlechthin “Männlichen” geworden – überall wird er in Abgrenzung zu Venus, dem typisch Weiblichen gesehen. Im Horoskop steht Mars bei Männern und Frauen für die Durchsetzungsfähigkeit, Energiepotential, aber auch für das Triebhafte und die Sexualität. Er ist weniger Vaterbild als das Bild des jungen, fast noch eher pubertären Burschen, der seine männlichen Energien (noch) nicht unter Kontrolle hält. Alles, was an männlichen Energien da ist, wird zur Schau gestellt (sehr gut zu beobachten an 15-16jährigen Burschen in Gegenwart gleichaltriger Mädchen…). Im individuellen Geburtshoroskop steht Mars für die eigene Durchsetzung, für die Sexualität, bei Frauen für das Männerbild, das wir anziehen. Mars im Horoskop zeigt mir auch , wie ich (egal ob ich Mann oder Frau bin) meine männliche Seite lebe.

Mars als Gott des Krieges und Herrscher der Zeichen Widder und Skorpion

So stelle ich mir Mars, wäre er ein Mensch, auch noch nicht erwachsen vor – im Gegensatz zur Sonne, die zwar noch nicht alt, aber auch nicht mehr der jüngste Mann ist. Mars ist der jugendliche Mann, der seine männlichen Energien noch nicht kultiviert hat, alles ist noch roh und ungeschliffen. Er ist von gedrungener Gestalt, und sehr kräftig. Möglicherweise gehört er auch zur Sorte Bodybuilder – er spürt und sieht gerne seine körperliche Kraft. Er hat kurzes Haar, fast militärisch kurz, und seine Frisur erinnert eher an Stacheln als an Haare. Ja, diesen Männertyp gibt es wirklich, und immer sind es sehr widderbetonte Männer, die so oder ähnlich aussehen…

Chiron. Der verletzte Mann, der Heiler

Eine interessante Tatsache ist die, dass im 20. Jahrhundert einige völlig vergessene Urbilder auch in der Astrologie wiederentdeckt wurden. Pluto wird entdeckt und zum Herrscher des Zeichens Skorpion; der Lilithmythos wird ausgegraben, und Chiron, eigentlich kein Planet, sondern ein Asteroid, wird entdeckt und in das astrologische Denken integriert.  Aber ganz egal, ob im astronomischen Sinn Planet oder nicht (die Streitfrage hat es ja auch bei Pluto gegeben): im Grunde geht es darum, was uns das sagen will, wenn plötzlich mit der Entdeckung etwas Neuem in der Welt (oder am Himmel) auch etwas Neues ins Bewusstsein der Menschen treten möchte.

Der weise Chiron lehrt den jungen Achill

Ich finde es auf jeden Fall spannend, dass nach Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden der Vorherrschaft des Männlichen als des Sichdurchsetzenden (Mars) und im Zentrum Stehenden im Sinne patriarchaler Strukturen (Sonne) nun ein neues Männerbild auftaucht: Chiron, der verletzte Heiler. Chiron ist im Mythos ein Kentaur, der durch einen vergifteten Pfeil so schwer verletzt wird, dass er freiwillig auf seine Unsterblichkeit verzichtet, um die Qualen nicht mehr erdulden zu müssen – er zeigt seine Schwäche. Er gilt- vielleicht gerade deshalb -  als der weiseste aller Kentauren und ist ein Arzt und Heilkundiger. Was möchte uns das männliche Urbild des Chiron sagen? Chiron ist in unserem Geburtshoroskop der Ort, an dem unsere ganz persönliche Wunde sitzt, die Verletzungen, die unser Leben – auch – prägen. Gleichzeitig ist es auch der Ort, an dem die Möglichket wohnt, heil zu werden und sich weiterzuentwickeln – logisch, wo die Verwundung ist, kann Heilung geschehen.

Wäre Chiron ein Mann, so würde ich ihn mir etwas älter vorstellen. Er sieht vielleicht zerbrechlich aus, möglicherweise auch vom Leben gezeichnet – aber er strahlt eine große Stärke und Weisheit aus. Er hat weisses Haar. Er kann sich zurücknehmen und will nicht im Zentrum stehen – aber vielleicht gerade deshalb zieht er auch die Aufmerksamkeit auf sich, Menschen suchen bei ihm Rat und Heilung. Die Jahre seines Eroberungsdranges und seines Geltungsdranges hat er hinter sich gelassen, er braucht das nicht mehr, um sich stark zu fühlen. Seine Stärke bezieht er aus seinen Lebenserfahrungen und gerade auch aus seinen Verletzungen, Schwächen und Krisen, die er erlebt hat.

Die Kentauren stehen ja ursprünglich für das auf sehr triebhafte Männliche, das roh und aggressiv auf jede Möglichkeit seines Auslebens wartet. In Chiron wird dieses Bild von Männlichkeit (das es heute wie damals gibt, keine Frage) verwandelt, die männliche Energie wird heilsam. Immer wenn männliche Energie zerstörerisch wird, und alles Andere beherrschen möchte, muss wieder eine andere Seite auftauchen, die reguliert. Möglicherweise ist es an der Zeit, diese “andere Seite” des Männlichen wieder mehr zuzulassen – das lege ich jetzt nicht nur Männern ans Herz, sondern auch Frauen, die dieses Urbild ja auch in sich tragen.

 

 

 

 

 

 

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Ankommen. Gedanken zum Advent

Ich gebe es gerne  zu: Advent und Weihnachten ist für mich immer noch eine besonders schöne, berührende Zeit, das hat sich seit meiner Kindheit nicht verändert.

Gestern, am ersten Adventsonntag im Gottesdienst, war das Thema der Lesungen – so wie ich es verstanden habe – das Achtsamsein, das Wachbleiben und Warten.

Der Prophet Jesaja

In der alttestamentlichen Lesung sind es die Worte Jesajas, die zu Gott hin flehen: „Reiß doch den Himmel auf und komm herab…“ Alles sehnt sich danach, nach diesem Ankommen. Aber noch heißt es: Warten.

Natürlich – den ganzen Advent geht es schließlich darum, achtsam zu sein und warten zu können auf die Ankunft Gottes in Gestalt des Kindes in der Krippe. Aber ich verbinde dieses Wachsein und Warten noch mit etwas Anderem, Persönlicherem. Es ist das Ankommen (lat. Adventus=Ankunft) bei und in mir selbst, das sich immer wieder für mich mit dem Advent verbindet und ihn deshalb auch immer wieder so spannend und berührend für mich macht.

In der finstersten Zeit des Jahres wird das Licht ersehnt: Der Himmel reisst auf.

 Natürlich ist das nichts Neues – ich befinde mich da auch in christlicher Tradition. Vor allem in mystischen Strömungen hat es diesen Gedanken immer wieder gegeben, dass die Geburt Gottes nicht etwas ist, das irgendwann irgendwo und irgendwie geschehen ist, sondern immer wieder in mir selbst zum Ereignis werden will. Dass die Geburt dieses Kindes immer auch Gleichnis werden kann für etwas, das in mir geschieht und mich verändert. Das, was in mir geschehen will und wozu mich die Themen im Advent jedes Jahr wieder erinnern, ist  das Hineinhören in mich selbst, das Hinhören und genaue Achten darauf, was wirklich in mir alles geboren werden will. Wenn man so will, auch das, was Gott in mich hineingelegt hat und durch mich geboren haben möchte. Vielleicht ist das auch das, was wir Bestimmung oder Schicksal nennen.

Dieses Warten, das wir im Advent zelebrieren ist daher auch alles andere als eine passive Zeit, in der wir einfach nur nichts tun. Es ist eine aktive  Vorbereitung. Das spürt man dann natürlich auch – oft in ungesunder Form – in der Hektik und im Stress  der Vorbereitungen für ein Fest, mit dem immer noch so viele Sehnsüchte und Bedürfnisse nach Glück, Frieden und Ankommen verbunden sind  wie eh und je. Wenn auch oft nicht bewusst. Die idealen Voraussetzungen für die so häufige depressive Verstimmung in der Weihnachtszeit, die Enttäuschung über ein Fest, das zu einer leeren Hülle für etwas wird, das wir selbst gar nicht mehr benennen können. Und die Sehnsucht bleibt.

Das aktive Warten ist genau dieses Hinhören und Wahrnehmen all dessen, was in mir – möglicherweise schon lange – wächst, Raum  und Ausdruck sucht, geboren werden möchte. Die Zeit des Winters ist ihrer Natur nach dafür prädestiniert: Alles scheint zu schlafen, aber unter dieser Schicht der Finsternis, der Kälte und der Stille warten bereits alle Keime, nach oben sprießen zu dürfen. Immer schon spüren die Menschen die Qualität dieser Zeit und werden stiller, zünden Kerzen an, lassen die Dinge wachsen. Möglicherweise fatal, dass genau das in heutiger Zeit nicht mehr so leicht möglich ist: Der Winter und die natürliche Dunkelheit sind kein Hindernis mehr für Arbeit, Stress, Unruhe und die allgegenwärtige Prämisse der ununterbrochenen Leistungsfähigkeit und einer einseitigen, wenn nicht gar falschen Sicht von „Produktivität“.

Ein Gebet im Biblischen Sonntagsblatt zum Evangelium, dass in der Kirche in Kefermarkt ausgeteilt wurde, hat mich und mein Verständnis von Advent und Weihnacht daher sofort angesprochen:

ich werde ganz still vor dir

ich höre in mich hinein

denn ich weiß dass du mit mir redest

doch dann kommt mit der stille die angst

denn mit deiner stimme

kommt auch das durcheinander

herr ich höre dinge in mir

die nicht von dir sind

aber GOTT

da hinein kommt meine angst

denn oft weiß ich nicht

was nun wirklich von dir ist

und welchen stimmen ich nicht trauen soll

ich möchte deinen willen tun

mach mich fähig zu unterscheiden

(Ulrich Schaffer)

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Mehr Leichtigkeit, bitte!

Manchmal fühlt sich das Leben leicht an.

Ich kann mich nicht erinnern, dass es die letzten Monate bei mir so war – das erschreckt mich fast ein bisschen. Ich erwische mich immer wieder dabei, meinen Gedanken (destruktiver Natur), Fragen, Entscheidungsproblemen, unausgesprochenen Erinnerungen und Träumen nachzuhängen, anstatt diese auszusprechen, zu teilen, sie so auch wieder loszulassen. Und zu verstehen natürlich: Verstehen und Begreifen ergibt sich immer erst im Austausch und im Anknüpfen an ein Gegenüber. So leicht das klingt, so schwer ist das für mich oft in die Realität umzusetzen.

Ein Beispiel aus meiner jüngsten Vergangenheit: Schon seit Monaten begleiten mich unwillkürliche Erinnerungsbilder in Träumen und Tagträumen, in denen plötzlich Bilder aus meiner Vergangenheit, vor allem meiner letzten Beziehung und deren Ende, auftauchen. Gleichzeitig überwältigt mich dabei das Gefühl von Trauer, Schuldgefühl und Hilflosigkeit, und ich weine. Warum? Ich habe wochenlang darüber nachgedacht – ganz typisch für mich – anstatt mal wirklich darüber zu reden. Als ich dann einmal mit meiner Mutter beim Kaffee saß, erzählte ich ihr einfach davon. Ihr Kommentar: “Ja klar, du hast ja nie getrauert und nie geweint…” Wow. Einfach und klar auf den Punkt gebracht. Es stimmt. Ich habe eine Beziehung nach sieben Jahren beendet, mit einem kleinen Kind, habe ganz neu angefangen. Und ich habe nie geweint und nie getrauert. Ich habe mnich immer stark gefühlt, das alles irgendwie zu schaffen. Irgendetwas in mir hat wohl gespürt, das meine Mutter hier die richtige Ansprechperson war, denn sie hat ja auch meine vergangene Beziehung, die immerhin sieben Jahre dauerte und mir ein Kind geschenkt hat, hautnah miterlebt.

Nur bei diesen Worten ist mir schon die Erleichterung gekommen  - jetzt wollte ich schon fast “Erleuchtung” schreiben :-D .

Es ist echt schlimm für einen Krebs-Aszendenten, den Zugang zu seinen Empfindungen über kurz oder lang abzuschneiden. Ich muss im Nachhinein einsehen, dass ich das viel zu oft schon gemacht habe. Sicher auch aus der Notwendigket des Alltags heraus: Wer kann sich schon in seiner Trauer über die gescheiterte Beziehung gehen lassen, zwischen einem zweijährigen Kind, der Suche nach einer neuen Wohnung,  und diversen Abendterminen, der Arbeit wegen?

Nichtsdestotrotz hat mir das Ganze wieder gezeigt, wie wichtig und wie präsent dennoch mein Empfinden ist, und wie es doch immer wieder aufschreit und sichtbar werden möchte. Und wie gut es tut, diese Verbindung immer wieder aufrechtzuerhalten, allein dadurch, dass ich es artikuliere, und nicht verstecke (bis die Empfindungen sich wieder in destruktive Gedanken verwandeln und mich aus dem Hinterhalt niederstrecken möchten…).

Wie es für mich – ich will das nicht verallgemeinern – gelingen kann, mit mehr Leichtigkeit zu leben, ist mir wieder einmal klar geworden: Ich höre auf mein Empfinden. Ich kann meine Empfindungen ausdrücken und klar aussprechen, definieren, artikulieren – damit letztlich auch deuten und verstehen.

Ein entscheidener Schritt ist heute wieder gelungen: So banal das klingt, ich habe den Zeugen Jehovas, die schon lange immer wieder hartnäckig an meiner Türe läuten, endlich mal ganz klar gesagt, das ich das nicht will. Wie gesagt, klingt banal und einfach, aber das war es für mich nie. Ich habe grade Mars-Pluto, der machts möglich und lässt hin und wieder doch die Raubtierzähne hervorblitzen…

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Wenn im Traum neue Zähne wachsen

Schon seit Jahren träume ich immer wieder, dass mir die Zähne ausfallen – das letzte Mal ist schon länger her, ich dachte schon, ich hätte das Thema jetzt “überwunden” – dem ist nicht so.

Heute Nacht habe ich wieder davon geträumt, dass meine Zähne sich erst lockern und dann der Reihe nach rausfallen, wie immer begleitet von Gefühlen der Angst und der Hilflosigkeit. Eine einzige, wenn auch entscheidende Veränderung war aber da: Als ich schon bemerkte, dass so gut wie alle Zähne weg sind (ich fühlte mit meiner Zunge in meinem Mund herum, wie auch in den vergangenen Träumen) spürte ich plötzlich, dass an einer Stelle ein Zahn ganz fest saß. Spontan kam mir der Gedanke: Ja, jetzt wachsen sie wieder nach, ich brauche keine Angst haben.

Im Aufwachen war ich erst durcheinander und fühlte mich etwas verängstigt –  dennoch hatte ich das beruhigende Gefühl, dass sich etwas verändert hat. Die Zähne wachsen wieder. Es ist zwar erst ein einzelner Zahn, aber auch die restlichen Zähne werden wieder kommen, das habe ich im Traum ganz deutlich wahrgenommen.

Heute morgen kam mir auch die Erinnerung, dass ich diese Träume schon von viel früher kenne, als ich zuerst dachte. In meinem Artikel über die Zahnverlustträume habe ich geschrieben, dass diese Träume im Sommer 2009 auftauchten – dem ist nicht so. Ich habe zu Beginn meines Studiums (für mich eine sehr turbulente Zeit vieler Veränderungen und seelischen Belastungen) einmal geträumt,  mit meiner Zunge in meinem Mund einen hohlen Zahn zu erspüren, was auch die gleichen Empfindungen ausgelöst hat – auch wenn der Zahn da noch drinnen blieb.

Zeitpunkt des Traumgeschehens

Das Traumhoroskop zeigt keinen Mond-Pluto – auch das ist neu. Das Erspüren der Umgebung, das Wahrnehmen und Vernehmen ist das Thema, mit dem Jungfrau-AC. AC-Herrscher Merkur ist in Haus vier, das Erspüren bezieht sich auf den inneren, seelischen Raum und das Empfinden. Auch das Thema der eigenen Herkunft, Familiengeschichte, der seelischen Wurzeln ist hier verankert und ich denke dass sich das Erspüren bei mir auch auf diese Bereiche bezieht. Was gehört zu mir? Was sind (aus Familie, Herkunft…) übernommene Muster und Denkhaltungen?

Dieser Merkur, der das zentrale Thema vorgibt, verbindet sich im Quadrat mit einer Mars-Neptun-Opposition, die aus dem zwölften Haus stammt. Die Durchsetzung ist geschwächt, das Handeln fühlt sich gelähmt an, ein Gefühl der Betäubung (Merkur-Neptun). Merkur-Neptun ist aber auch das Wahrnehmen des Eigentlichen, das Spüren der Zwischen- und Untertöne, das Finden der eigenen Wahrheit und Bestimmung – gerade weil die Wahrnehmung für die vielen Geräusche  und Töne des Alltags geschwächt und betäubt ist. Viele Menschen mit Merkur-Neptun (wie auch ich im Geburtshoroskop) kennen das Gefühl, “danebenzustehen”, im Körperlichen auch der Schwindel und das Augenflimmern.

Venus-Neptun zeigt die Angreifbarkeit im Gewebe, in der körperlichen Substanz – die Zähne fallen aus. Wo Neptun hier von der Venus eigentlich nur möchte, dass sie sich nicht zu stark verwurzelt und festlegt. Mars-Neptun zeigt an dass die männlich-aktive Durchsetzungskraft geschwächt ist, sich auflöst. Es ist nicht nötig – Mars steht auch noch in Haus zwölf, Aggression und Durchsetzung bezieht sich auch auf den Bereich des Unbewussten, des Transzendenten. Genau hier liegt auch die Chance darauf, neue Zähne wachsen zu lassen: Das zwölfte Haus ist auch der Bereich der unendlichen in mir angelegten Möglichkeiten, aus denen ich schöpfen kann. Mars-Neptun ist das totale Neubeginnen: es sind die beiden Ursprünge und Anfänge des Tierkreises, aus denen alles entstehen kann: Fische und Widder, zwölftes und erstes Haus, oberhalb und unterhalb des Aszendenten. Hier liegen die Potentiale, die verwirklicht werden wollen.

Neptun im Meer der Möglichkeiten

 

 

 

 

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Die Ruhe vor dem Sturm: Uranus-Pluto

Letzte Vollmondnacht, vergangene Woche, hatte ich einen Traum, in dem ich in einer Kugel eingeschlossen war. Die Atmosphäre war erdrückend und voll unterschwelliger Panik, andererseits ist mir das Thema dieses Traums schon aus Kindertagen bekannt: Ich habe als ich klein war, oft derartige “Kugelträume” gehabt, vor allem und besonders intensiv, wenn ich krank war und Fieber hatte.

Die Schneekugel als treffendes Bild einer Uranus-Pluto-Situation: das Leben ist eingeschlossen.

Das Bild dieses Traums hat mich dazu geführt, mir über die Verbindung von Uranus und Pluto Gedanken zu machen:  Es beschreibt für mich genau die Situation der Enge und Anspannung, die sich vor der notwendigen Explosion breit macht. Uranus-Pluto ist die Befreiung aus der Enge, der Enge der Gedanken und Bilder, der Vorstellungswelt, wenn sie drauf und dran ist, wichtiger als das Leben selbst zu werden. Es ist eine aktuelle Konstellation (Uranus in Widder, im Quadrat zu Pluto in Steinbock), die noch einige Zeit wirksam sein wird, und die -je nach individueller Veranlagung – für den Einen mehr, den Anderen weniger spürbar sein wird.

Ich gehöre zu Jenen, die die Konstellation deutlich zu spüren bekommen: Pluto wandert über den DC, Uranus über meinen MC, im Quadrat zu meinem AC.  Veränderungen über Veränderungen also, mich selbst (AC), meine Ziele und meine Berufung (MC) und meine Beziehung(en) (DC) betreffend.

Womit habe ich es also genau zu tun?

Hades, mit dem dreiköpfigen Hund Kerberos zu seinen Füßen

Zum ersten natürlich mit dem Gott der Unterwelt: Pluto. Pluto ist ein mächtiger Gott, was er an sich bindet, bleibt ihm. Er führt uns in die Unterwelt, im Horoskop in die individuelle “Unterwelt”, das Unbewusste, das Verdrängte, die Denkmuster, an die wir uns klammern. Eine Atmosphäre der Absolutheit und der Extreme umgibt diesen Bereich. Es ist, auch im individuellen Geburtshoroskop, der Ort der eigenen Schatten, der unbewussten Triebkräfte, die (oft ohne unser Bewusstsein darüber) Macht über unser Leben haben. Es sind die Vorstellungen, die wir uns von uns selbst und der Welt machen, immer mit der latenten Gefahr, dass diese sich verselbstständigen und wir, ohne es zu wissen, einer immer größer werdenden Täuschung unterliegen: was wir wahrnehmen, empfinden, wie wir die Welt deuten – alles ist überlagert von Denkschablonen, die wir über die Wirklichkeit legen. Menschen, die eine starke Pluto- ode Skorpionbetonung in ihrem Horoskop haben, werden immer wieder mit der Macht konfrontiert, die von ihnen ausgehen kann – dabei kann es sich durchaus auch um Macht in der eigenen (so empfundenen) Ohnmacht handeln. Ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass zum Beispiel gerade depressive Menschen eine Macht über ihr Umfeld ausüben können, die ihnen selbst gar nicht bewusst ist.

Uranus, Gott des Himmels, mit seinem Pendant, Gaia

Und dann Uranus: Der Gott des Himmels, in der Astrologie den Aufbruch, die Neuerung, das Veränderliche versinnbildlichend. Das ständig neu schaffende, Schöpferische: Im Mythos hört er nicht auf, immer weiter Kinder zu zeugen. Uranus steht für die Befreiung und die Reform, für das Sicherheben aus zu engen Normen, Regelungen, auch von den Ansprüchen des Ego, von den Trieben der eigenen Empfindungswelt. Wo Uranus in unserem individuellen Geburtshoroskop steht, gehen wir ungewöhnliche Wege, erheben wir uns vom Alltäglichen, sehen wir die Dinge “von oben”, aus der Vogelperspektive. Wo Uranus seine Energien hinfließen lässt, da verändern und wandeln sich die Dinge, das ist alles in Bewegung und im Umbruch.

Was nun, wenn sich Uranus mit Pluto, dem Gott der Unterwelt zusammenschließt?

Was natürlich geschehen kann, ist, dass man kramphaft versucht, an Altem und Überkommenen festzuhalten; ob es Denk- und Verhaltensmuster, Welterklärungen oder Glaubenssätze sind, die uns Leit-Bild sind und waren. Dann kann sich ein akuter Uranus-Pluto-Transit anfühlen wie ein Vulkanausbruch, alles, an das wir uns geklammert haben, wird einfach umgeworfen. Wolfang Döbereiner schreibt in seinen “Astrologisch-homöopathischen Erfahrungsbildern zur Diagnose und Therapie von Erkrankungen” zur Verbindung von Uranus und Pluto:

Beim akuten Transit von Uranus über Pluto oder umgekehrt, kommt es zur Situation des notwendigen Leitbildwandels. Die bisherigen Vorstellungen sind der eigenen Entwicklung nicht mehr angemessen, sie bedürfen der Ablösung durch neue Konzepte, durch neue Orientierung. Die Umstellung entspricht einer Krise, da die Vorstellungswelt, die Konzepte, nicht mehr “ziehen” – “die Kutsche steht, ein  Pferdewechsel findet statt”. Die Phase der Umstellung entspricht einer Depression, die umso stärker ist, als von der Vorstellungswelt psychische Schwächen kompensiert werden müssen.

Döbereiner geht davon aus, das Pluto (und die damit verbundene Vorstellungswelt) umso stärker sind, je mehr Angst ich habe vor meinem Empfinden, meiner Eigenart,  vor “dem freien Spiel der Gefühle und Empfindungen” (Döbereiner).

Nun ist das zum einen ja ein aktuelles Thema aufgrund des derzeitigen Uranus-Pluto-Quadrats, das für das Weltgeschehen und viele Individuen gilt – und zum andern ein Thema, das mich ein Leben lang begleiten wird (Uranus-Pluto-Spiegelpunktquadrat im Geburtshoroskop) und gerade jetzt wieder verstärkt aufgeworfen wird. Nun, ich leide noch nicht an Depressionen – aber ich befinde mich schon einige Monate in einer eigenartigen “Zwischenphase”, in der ich ganz eindeutig spüre, dass mein Leben eine neue Richtung einschlagen wird. In vielen Dingen – allen voran Dinge die meine Berufung und meine berufliche Zukunft betreffen – habe ich das Gefühl, mir überhaupt nicht mehr sicher sein zu können. Vieles, wo ich mir immer sicher war (in der Kirche arbeiten, als freedance-Lehrerin arbeiten) ist fragwürdig geworden, oder gar ausgeschlossen. Als ich letzte Woche einen Anruf meiner Dienststelle bekam, wie es nach der Karenzzeit weitergehen solle, war ich versucht rauszuschreien: Ich weiß es doch nicht! Ich will da noch offen sein und mich nicht festlegen, mich neu orientieren…Aber in meiner oft leider unsicheren und beeinflussbaren Art habe ich natürlich nichts dergleichen gesagt, sondern nur, dass ich darüber nachdenke (bald wieder einzusteigen) und mich wieder melde.

Davor habe ich immer schon Angst gehabt: vor notwendigen Veränderungen, fundamentaler Art natürlich, wie sie Uranus-Pluto entsprechen. Ich erinnere mich noch gut an meine erste echte Lebenskrise, als ich von Zuhause wegging um zu studieren: ein absoluter Wechsel in eine neue Lebenssituation, der auch viele meiner Vorstellungen (über mein Studium, das ich auch mal wechselte deswegen, das Leben als Studentin, weg von Zuhause…)völlig verändert hat. Ich war damals nahe daran, in eine Depression abzustürzen.

Wolfgang Döbereiner hat sicher recht, wenn er meint, dass Pluto und seine Vorstellungswelt umso mehr Macht über das Leben haben können und eine größere Versuchung darstellen, wenn ich Angst vor meinem ureigenen Empfinden und meiner Eigenart habe (was in meinem Horoskop Sonne-Neptun und Mond-Neptun entspricht).

Man stellt sich das Leben vor, das ist bedeutend leichter, als es zu leben.

Wie wahr! Das ist, in den Worten von Döbereiner, die größte Gefahr unter Uranus-Pluto.

 

 

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Saturn und die Acht Münzen

Es gibt Karten im Tarot, zu denen ich eine besondere Beziehung habe, weil ich sie in einem bestimmten Zeitraum mehrmals bei Legungen gezogen habe. Dazu gehören zum Beispiel “die Liebenden” – eine Karte, die die bewusste Herzensentscheidung zum Thema hat. Ich habe sie sowohl bei Fragen meine Beziehung betreffend, als auch bei Fragen, meine Berufung betreffend, gezogen.   Bei den Liebenden handelt es sich um eine durchwegs positiv konnotierte Karte – man freut sich also fast automatisch immer, wird sie gezogen. Es gibt auch eine Karte, die mich seit ungefähr zwei Jahren mindestens genauso beschäftigt hat wie die Liebenden – nämlich die “Acht Münzen”.

Acht Münzen

Die Karte hat mich eine Zeit lang beschäftigt, weil ich zuerst nichts damit anfangen konnte – und ich eher unangenehme Assoziationen hatte: Die Karte steht für langsames Wachstum, für geduldige Arbeit, für solides Neubeginnen. Alles in allem klingt das doch nur mühsam oder? Zum ersten Mal tauchte die Karte bei einer Legung auf, bei einer Frage nach dem Verlauf meiner Beziehung: Sie war eigentlich noch gar nicht vorhanden, ich war sehr verliebt, und ich kannte meinen jetzigen Freund Simon schon eine ganze Weile – über ein Jahr – und war ungeduldig, unruhig und unsicher, ob das Ganze jemals etwas werden würde. Mag er mich auch? Warum zeigt er es nicht? Kann eine Beziehung aus der Freundschaft werden? Bei der Legung zog ich die Karte auf dem Platz, der für mein Gegenüber stand. Die Acht Münzen symbolisierten also die Haltung von ihm, auf den ich ungeduldig und sehnsüchtig gewartet hatt – für mich schon viel zu lange. Und sie zeigen die – ihm als Steinbock eigene – vorsichtige und sich zurückhaltende Art, sich einzubringen. Dass mich das zuerst nicht gerade ermutigt hat, ist klar. Mittlerweile sehe ich das Ganze allerdings anders: Die Acht Münzen zeigen einen langsamen, aber konsequenten und soliden Anfang an, etwas wächst, es bedarf ein gewisses Maß an Arbeit (auf der Karte ist ein Handwerker zu sehen) und Geduld, bis das Gewachsene fertig ist. Und so war es dann auch. Hajo Banzhaf schreibt in seinem Tarotbuch zu dieser Karte, taucht sie an dieser Stelle auf:

Bei Ihrem Gegenüber handelt es sich um einen Menschen, der gern bereit ist, mit Ihnen eine Beziehung aufzubauen und sich dabei wirklich zu engagieren. Die Karte kann allerdings auch bedeuten, das er in Liebesdingen noch unbedarft ist und ein wenig Führung braucht.

Das impliziert natürlich auch ein Engagement von meiner Seite: Ich musste aktiv werden. Nun bin ich ein Krebs – Aszendent, und am liebsten habe ich es, wenn mir die Dinge einfach “in den Schoß” fallen. Es hat damals, vor gut zweieinhalb Jahren, schon angefangen, sich zu verändern. Hat es mit dem Transit von Saturn durch mein fünftes Haus zu tun? Da bin ich mir mittlerweile ziemlich sicher. Bisher hatte ich die Erfahrung gemacht, dass ich oft gar nicht viel beitragen muss, dass mir Dinge gelingen. Vieles fügte sich einfach, egal in welchen Lebensbereichen. Ich denke, Saturn fordert mit seinem Transit – und natürlich vor allem mit seiner Rückkehr an seinen Radix-Ort im fünften Haus – eine Transformation dieser Lebenshaltung. Ob ich es will oder nicht: In der Lebensphase, in der ich mich nun befinde, wird es wichtig, die Dinge bewusst in die Hand zu nehmen, Entscheidungen zu treffen und zu handeln – und nicht erst warten, bis die Dinge von selber geschehen. Denn dann geschehen sie vielfach einfach nicht. Das die schmerzhafte, aber dennoch wohltuende Erkenntnis für mich. Das zweite Mal zog ich die Karte bei einer Frage, die meine Ausbildung und meine Berufung betraf. Ich habe mir zwei Wege gelegt, wobei der erste Weg die bisherige Ausbildung zeigte, der zweite etwas Neues und das Ende der vergangenen Ausbildung, die ich angefangen hatte. Seltsam war, dass im ersten Fall sogar klassische “Glückskarten” auftauchten. Am Ende des zweiten Weges (auf dem Platz, der anzeigt, worauf die Entscheidung hinauslaufen wird) lagen die Acht Münzen. Der zweite Weg, also das Ende meiner bisherigen Ausbildung und ein Neubeginn, wurde auch meine Entscheidung. Warum? Sicher nicht, weil mir die Karte der Acht Münzen sympathischer war als die “Kraft”, die im ersten Weg die Resultate anzeigte. Sie steht natürlich für Lebenskraft und Lust.

Ich denke, die Entscheidung war dennoch  klar, weil es an der Zeit ist, die Haltung der Acht Münzen in mein Leben zu integrieren.  Und mittlerweile fühlt es sich auch gut an. Die richtige Entscheidung ist nicht unbedingt immer die einfachere und lustvollere – das ist mir klar geworden. Manchmal ist die richtige Entscheidung erst einmal mit Geduld und Langsamkeit, und mit der Bereitschaft zu ein wenig Mühe verbunden. So geht es mir mit meinem neuen Ausbildungsweg: Ich betrete mit dem Wechsel in ein anderes Tanzstudio und zu anderen Lehrern wie auch anderen Tanzstilen Neuland, was mit etwas Verunsicherung und Arbeit an mir selber verbunden ist (auch die Arbeit daran, sich durch Unerfahrenheit nicht einschüchtern zu lassen). Allerdings ist alles das auch die Garantie, umso mehr Neues für mich lernen zu können. Auf dem Bild der Karte ist ein Handwerker zu sehen: So sehe ich mich zur Zeit auch – als Lehrling, der aufmerksam und achtsam neue Wege beschreitet. Ich bin mir sicher, dass solche Wege gewisse Mühen und die Unsicherheiten beim Betreten neuen Bodens lohnen. Denn was langsam, aber stetig wächst, hält umso länger und hat ein solides Fundament. Das ist in jeder Beziehung wichtig, und in vielen anderen Lebensbereichen genau so.

Ich zitiere wieder Hajo Banzhaf:

Das Ergebnis ist zwar nicht schlecht, bleibt aber möglicherweise hinter Ihren Erwartungen zurück. Am Ende stehen sie nicht etwa als Meister da, sondern als Lehrling, und Sie beginnen (wieder) etwas Neues. Damit haben Sie dann allerdings gute Aussichten, sofern Sie sich mit Freude, Fleiß und Ausdauer daran machen.

Was das Ganze nun mit Saturn zu tun hat, ist klar: Saturn fordert uns zu genau dieser, die Realität als solche wahrnehmenden Haltung auf. Nimmt man in Kauf, das Ego mal hinten an zustellen, das alles immer sofort und auf die bequemste Weise haben will, eröffnen sich dafür Wege, die zu mehr Kraft und natürlich zu mehr Dauerhaftigkeit und einem starken Fundament in den jeweiligen Lebensbereichen führen.

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Und wieder: Zurück in die Vergangenheit im Traum

Heute Nacht hatte ich nach längerer alptraumfreier Zeit wieder mal einen richtig hässlichen Traum; blutrünstig, grausam und mit diversen Beziehungsthemen, genau passend eben für eine Phase, in der Pluto am DC im Quadrat zum Radix-Mars in Haus 5 diese Themen verstärkt ins Bewusstsein ruft. Zu diesen Themen habe ich bereits einen Artikel verfasst – sie haben sich mir schon mehrmals in – ebenfalls gewaltvollen -  Träumen gezeigt.

Gestern Abend hatte ich ein längeres Gespräch mit einer Freundin, in dem es vor allem um das Thema Beziehung ging, ich hatte ihr auch erzählt, dass sich in den letzten Monaten verstärkt Erinnerungen und Bilder aus vergangenen Beziehungen bei mir melden, verbunden mit für mich unangenehmen Gefühlen, auch von Trauer und Schmerz. Etwas in diesem Gespräch hat Emotionen in mir angesprochen, die sich in folgendem Traum Ausdruck verschafft haben:

Ich bin in einem Haus zusammen mit meinem Ex-Partner und Vater meines ersten Kindes, und dessen Freund (den es in der Realität auch gegeben hat). Es ist aber hier schon zu erkennen, dass in dem Traum meine frühere und meine aktuelle Beziehung beginnen, zu verschmelzen, denn meine jüngste Tochter ist auch hier.

Die beiden Männer benehmen sich wie zwei Kinder, was mich gleich furchtbar nervt. Der Freund hat ein Gewehr mitgebracht (warum auch immer…) und spielt damit herum. Ich ahne schon Schlimmes. Da passiert es: Er schiesst sich selbst in den Arm, die halbe Hand wird abgetrennt, Blut spritzt, ich halte mir die Augen zu und überlege, einfach davonzurennen. Ich bin schon im Nebenraum, in mir streiten sich die Gefühle (Wie kann man nur so blöd sein? Ich muss ihnen helfen!) Kurz entschlossen gehe ich zurück, und die beiden Männer sitzen einfach auf dem Sofa und tun – nichts! Ich traue meinen Augen nicht und frage sie, ob sie nicht vorhaben ins Krankenhaus zu fahren? Ich versuche, ihnen zu erklären, dass sie jetzt ganz schnell die abgetrennten Finger suchen müssen, bevor es zu spät ist, damit sie wieder angenäht werden können. Sie scheinen mich nicht zu verstehen, zumindest meine Sorgen nicht. Da wird es mir zu viel, ich gehe, packe meine Kinder und verlasse das Haus. Ein großartiges Gefühl der Erleichterung überkommt mich. Meine Ältere bleibt vorm Haus bei einer Freundin, um mit ihr zu spielen, die Kleine nehme ich im Kinderwagen mit und gehe in Richtung Stadt. Irgendwas habe ch dort vor, aber ich habe vergessen, was es war. Ich fühle mich stark, dass habe ich noch in Erinnerung. Eine kleine, aber deutlich spürbare Welle von Schuldgefühl ist aber da, weil ich meine ältere Tochter zurückgelassen habe, ich tröste mich aber damit, dass sie es ja kurz ohne mich aushalten wird.

Horoskop für den ungefähren Traumzeitpunkt

Im Horoskop der Nacht fällt mir als erstes der Jungfrau AC und die Ballung im zweiten Haus auf. Bei der Jungfrau geht es in erster Linie um Wahrnehmung, und um die seelische Ausrichtung und Anpassung an das, was wahrgenommen wird. Um Vernunft, im Sinne von “Vernehmen”, Wahrnehmen dessen, was ist.

Herrscher der Jungfrau, Merkur, und auch die Sonne, Saturn und Venus sind im zweiten Haus im Zeichen Waage versammelt. Alles spielt sich im Bereich der Substanz, der Materie und des Körperlichen ab, in diesem Bereich wird wahrgenommen und kommuniziert (Merkur), gehandelt (Sonne) hier werden Konsequenzen gezogen und auch Körper versehrt (Saturn) und hier wird auch meine Vorstellung von Beziehung und Partnerschaft eingebracht (Venus). Das zweite Haus ist auch mit (materieller) Sicherheit verbunden, die Waage in Haus zwei deutet auf das Beziehungsthema hin: Sicherheit und Verwurzelung in der Beziehung, Zugehörigkeitsgefühl, der “Nährboden” einer Beziehung, auf dem diese Wurzeln schlagen kann. Dieser ist in dem Traum alles andere als vorhanden, und das verlangt von mir einiges an aktivem Handeln und eine Gespür für das, was gerade wichtig und zu erledigen ist (wieder das Jungfrau-Thema).

Ein Quadrat vom Wassermann-Mond, dieser wiederum in Opposition zum Mars in 12, lässt das Ganze emotional aufgeladen werden. Mond-Mars, das kochen die Emotionen über, und Aggression wird frei. Die Aggression der Schussverletzung ruft wieder Aggression bei mir hervor, Wut darüber, wie mit Aggression (hier bei den Männern) umgegangen wird. Mars steht in Haus 12, das Männliche ist nicht verfügbar, nicht greifbar. Es entwertet sich selbst durch  seine Unreife. Der Zorn meinerseits im Traum ist auch deshalb verständlich, weil der Wassermann-Mond alles andere will als sich an Dinge oder Menschen zu binden. Und schon gar nicht an Männer (der Mars in Opposition) die ihre wahre “Männlichkeit” und Reife durch Spielereien, Unachtsamkeit und einer geradezu provozierenden Handlungsunfähigkeit untergraben.

Mond-Saturn, das Ungeborgenheitsgefühl, ist neben dem Zorn und der verstärkten Wahrnehmung auch spürbar, vor allem als Schuldgefühl am Ende des Traums. Mond-Jupiter, auch mit dem Mars in 12 verbunden, ergibt zusammen mit dem Mond-Saturn -Thema ein Bild der Sehnsucht, auch der Sehnsucht nach Erlösung aus diesen chaotischen Zuständen.

Auch über die Präsenz vergangener Beziehungspartner im Traum habe ich bereits geschrieben. Ja, es gibt keine Vergangenheit, die einfach nur vergangen und vorbei ist. Alles was war, prägt; und vergangene Beziehungen prägen aktuelle Beziehungen und alle Erfahrungen fließen in die Gegenwart mit ein und bestimmen wohl auch mit. Damit diese vergangenen Erfahrungen aber nicht unerkannt und unheilvoll mitbestimmen und die Richtung vorgeben, gibt es wohl Träume wie den heute Nacht. Ich fühlte mich im Traum wie zurückversetzt in die Zeit damals kurz vor der Trennung von meinem Ex: Auch das Gefühl von Stärke, und endlich getan zu haben, was getan werden muss, ein Handeln, das die Umstände genau wahrgenommen hat und vernünftig reagiert. Und auch die Schuldgefühle, natürlich meiner ersten Tochter gegenüber, die die Trennung miterlebt hat.

Alles ist da – es braucht oft nur einen kleinen Anstoß, wie das Gespräch mit meiner Freundin gestern abend, und vermeintlich Vergangenes ist wieder gegenwärtig. Die Frage bleibt für mich noch offen, ob etwas Ungelöstes in dieser vergangenen Beziehung und ihrem Ende noch in der Luft schwebt, weil es – zumindest im Traum – immer noch emotional sehr aufgeladen ist.

Alles in allem aber: Der Traum zeigt mir – es ist gut so, wie es – jetzt – ist. Das Gefühl von Stärke und Handeln meinerseits spüre ich immer noch, und es fühlt sich gut an. Eine Bestätigung dass das, was ich damals für mich entschieden habe, für mich ganz richtig war.

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“Kaufen für die Müllhalde” – Licht und Schatten der Konsumgesellschaft

Diesen Dokumentarfilm sollte jeder gesehen haben. Es geht um die sogenannte geplante Obsoleszenz, die bewusste Anfertigung von Produkten, die nach gewisser Zeit nicht mehr funktionsfähig sind und den Konsumenten dazu zwingen, wieder neu zu konsumieren. Egal ob es sich dabei um Glühbirnen, Nylonstrümpfe oder Handys handelt – immer geht es darum, Menschen möglichst schnell wieder zum Konsumieren zu bringen.

Woher kommen unsere Wünsche und Bedürfnisse? Wie sehr wir in diesen Dingen Marionetten der Industrie und des Konsumdenkens sind und unsere Welt und ihre Ressourcen dabei aufs Spiel gesetzt werden, möchte dieser Film bewusst machen. Und Bewusstwerden ist ein erster Schritt zur Veränderung – in allen Dingen. Gedanken zur Lösung der Probleme, die in dem Film dargestellt werden, darf sich jeder und jede selbst machen – ein Film, der in jedem Fall zum Nachdenken anregt.

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